Prinz August Ferdinand von Preußen (* 23. Mai 1730 im Stadtschloss in Berlin; † 2. Mai 1813 im Schloss Friedrichsfelde bei Berlin) war ein preußischer Generalmajor.
Prinz August Ferdinand von Preußen wurde am 23.05.1730 als jüngster von vier Brüdern im Stadtschloß zu Berlin geboren. Der älteste Bruder, Friedrich, (Friedrich der Große) übernahm beim Tode des Vaters im Jahre 1740 als neuer König auch die Aufsicht über den Zehnjährigen. Als Erzieher wurden der Offizier Christoph Ludwig von Stille und der Freimaurer Freiherr Jakob Friedrich von Bielfeld bestimmt. Letzterer schrieb über den Fünfzehnjährigen: "Seine Erziehung scheint mir etwas vernachlässigt worden zu sein, der Unterricht war ihm zuwider, nur Krieg und Jagd beschäftigten ihn. Wenn es mir gelingt, das Rauhe seiner Sitten zu schleifen, sind alle meine Wünsche erfüllt." Wie alle Hohenzollernprinzen durchlief er schon im Kindesalter eine symbolische militärische Ausbildung, die ihn 1734 vom Leibkorps Husaren zur Grenadiergarde (Nr.6) und 1737 zum Kronprinzen Regiment Nr. 15 führte. Aus Teilen des letztge-nannten Regimentes wurde 1740 in der Garnison Ruppin das Rgt. Nr. 34 neu formiert, zu dessen Chef und Namensgeber Prinz Ferdinand ernannt wurde.

1741 erkrankte der Prinz schwer an den Pocken und selbst nach der Genesung sollte sein weiteres Leben immer durch eine schwächliche gesundheitliche Verfassung gezeichnet sein. Er heiratete im September 1755 seine Cousine, Prinzessin Luise von Brandenburg-Schwedt. Im Alter von 18 Jahren übernahm Ferdinand nun auch de facto sein Regiment Nr. 34 mit dem er 1756 als Generalmajor ins Feld rückte. In der Schlacht von Prag wurde er am 24.05.1757 verwundet. Bedingt durch eine Brustfellentzündung mußte er bereits 1758 in die Heimat zurückkehren und nahm nicht weiter am Kriege teil.
Im September 1762 wurde Prinz Ferdinand zum neuen Herrenmeister des evangelischen Johan-niterordens (Ballei Brandenburg) ernannt. Dieser christliche Ritterorden sollte bis zu seinem Tode das Hauptbetätigungsfeld des Prinzen bleiben. Ferdinand trieb die innere Reform des Ordens voran und förderte die Krankenfürsorge und die Gründung eines Ordens-Hospitals in Berlin.
Mitte Mai 1778 empfing Königin Elisabeth Christine (die Gemahlin Friedrichs des Großen) mit den Prinzen Heinrich und Ferdinand im Gefolge des Herzogs von Weimar Johann Wolfgang v. Goethe in Berlin. Die Wohnsitze des Prinzen Ferdinand und seiner Familie wechselten mehrfach. 1755 war es das Palais Schulenburg in Berlin (nach 1870 Reichskanzlerpalais), 1762 erfolgte der Ankauf von Schloß Friedrichsfelde, 1763 wurde das Ordenspalais der Johanniter am Wilhelmsplatz bezogen, 1785 übersiedelte die Familie nach Schloß Bellevue, das durch Philipp Daniel Boumann als frühester rein klassizistischer Schloßbau in Preußen errichtet wurde. Seinen Lebensabend verbrachte der Prinz ab 1802 in Rheinsberg.
Zu den sieben Kindern, die Prinz Ferdinand und Prinzessin Louise hatten, gehörte der 1772 geborene Prinz Friedrich Christian Ludwig Ferdinand, genannt Louis Ferdinand, der 1806 in der Schlacht bei Saalfeld fiel. Der Prinz erwarb sich schon zu Lebzeiten als Komponist und Schöngeist (Bekannt mit Beethoven) ebenso wie als Lebemann die Beachtung der Zeitgenossen. Prinz Louis Ferdinand wurde im September 1788 im Schloß Bellevue konfirmiert.
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Prinz Ferdinand trat in der historischen Bedeutung gegenüber seinen älteren Brüdern in den Hintergrund. Er wurden als brav und tapfer, mit militärischer Passion, aber auch als trockener Pedant beschrieben, was sich bis in das private Familienleben hinein gezogen haben soll. Zwei Umstände wirkten sich nachhaltig darauf aus, daß ihm später von Historikern "gutherzige Mittelmäßigkeit", "Farblosigkeit" und eine "kleinliche Genauigkeit in allen Dingen" attestiert wurde und sein Charakterbild im Urteil der Nachwelt eher blaß erscheint.
Zum einen die schlechte gesundheitliche Konstitution des Prinzen, die ihm verwehrte, seinen grundsätzlichen militärischen Neigungen zu folgen und der Monarchie an exponierter Stelle zu dienen. Zum anderen die Behandlung, die ihm sein ältester Bruder, der König, widerfahren ließ. Durch Friedrich II. Zeit seines Lebens übergangen und sowohl menschlich wie auch materiell zurückgesetzt, zog sich Ferdinand aus der Öffentlichkeit zurück und blieb auf das Dasein eines unauffälligen Privatmannes beschränkt.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft ATRIUM, Ma. Carsten Reuß
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